Bild: Hanser/Südkurier. Musiker vor den Proberäumen am Lagocenter.
Wie ich bereits im Februar 2008 berichtet habe, darf die Stadt die Proberäume hinter dem Lagocenter platt machen, wenn das Grundstück für andere Zwecke (z.B. im Umfeld des Konstanzer Konzerthauses) benötigt wird, und muss keinen Ersatz für die Mieter bereit stellen. Dies steht im Mietvertrag, den alle Mieter unterzeichnet haben nach dem Motto, lieber einen temporären Proberaum wie keinen.
Das ist wieder so ein Punkt warum ich das Konzerthaus in der geplanten Form ablehne. Ich hab das Gefühl, dass die Konstanzer Kultur mit zweierlei Mass gemessen wird. Für Konstanzer Bands wird ein billiges Provisorium errichtet, dass jederzeit ersatzlos zerstört werden kann, und für die Haute Kultur baut man ein teures Konzerthaus ohne mit der Wimper zu zucken. Nur ein Bruchteil der Investitionssumme würde genügen um Konstanzer Musikern ein vernünftiges Probezentrum zur Verfügung zu stellen, bei dem durch die Mieteinnahmen alle laufenden Kosten gedeckt wären.
Der Gemeinderat hat gestern mehrheitlich einem Entwurf zum Konzerthaus zugestimmt. Am 21.3. sollen die Bürger über die goldene Schuhschachtel entscheiden, die sich auf Klein Venedig bestens in die klaren Strukturen von geraden Linien, angeordnet im modernen 90 Grad Winkel, einfügt. Unklar ist noch, wie man das Gebäude zum kurvigen Bodensee bündig platziert.
Genauso gradlinig wie der Entwurf ist die Formulierung des Bürgerentscheids. Wenn du das KH nicht so willst wie es projektiert ist, dann gibt es halt keines.
Während der Gemeinderat geheime Sitzungen wegen dem Konzerthaus macht, ist das Bürgeramt nachwievor damit beschäftigt den Lärm in der Stadt zu beseitigen. Das Voglhaus hatte während der ersten Konstanzer Kneipennacht volle Hütte. Keiner kam mehr rein und so geschah es, dass sich eine Menge Leute mitten im November nach 22:00 Uhr noch draussen vor dem Cafe aufhielten. Es gab Beschwerden wegen dem Lärm. Teilweise wurden sogar Getränke gesichtet. Bewirtung im Freien nach 22:00 Uhr ist verboten sagt das Gesetz. Jetzt frag ich mich, wie man die Herkunft eines Getränkes feststellen kann, wo es heutzutage doch üblich ist mit einer Flasche in der Hand durch die Stadt zu ziehen. Das gleiche Prozedere übrigens beim ARAN. So um die 30 bis 40 Leute stehen auf der Straße und schauen sich die Band von dort an, weil es drinnen voll ist. Da hat sich wohl niemand beschwert obwohl ein Stockwerk drüber ein Altenstift ist.
Liebes Bürgerbüro. Es war Kneipennacht. Da sind mehr als 2000 Leute unterwegs. Da muss man damit rechnen, dass Leute auf der Straße stehen bleiben, an der Flasche nuckeln, sich unterhalten und durch Fenster glotzen. Manche gehen zum Auslüften mit ihrem Getränk sogar mal kurz an die frische Luft. Genau das sagt man denen, die sich beschweren und gut ist. Beim Weinfest, Seenachtsfest, Fasnacht usw. kräht doch auch kein Hahn nach der Sperrzeit.
S’ goat dagege ;-)
Das schönste Land in Deutschlands Gau’n,
das ist mein Badner Land.
Es ist so herrlich anzuschaun
und ruht in Gottes Hand.
D’rum grüß ich dich mein Badnerland,
du edle Perl’ im deutschen Land, deutschen Land.
frisch auf, frisch auf; frisch auf, frisch auf;
frisch auf, frisch auf mein Badnerland.
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Direkt gegenüber von Nycomed, neben dem Autohaus Oehri, eröffnet demnächst der Kunstpark Süd. Auf dem 2500 qm großen Areal sollen Konzerte, Partys, Kunstaustellungen, Hochzeiten, Firmenevents usw. stattfinden.
Das Konzept basiert auf Vermietung der Räumlichkeiten, optional mit Ton-, Lichttechnik, Catering, Service- und Sicherheitspersonal.
Beim Thema Vermietung denke ich sofort an die Blechnerei. Eine Location, die ebenfalls für Veranstaltungen aller Art offen war und ist, die aber sehr schnell zum Partybunker mutierte. Das ist für die Mieter/Veranstalter lukrativer und weniger aufwendig wie Konzerte.
Warten wir ab, wie sich der Kunstpark Süd entwickelt. Ich glaube aber nicht, dass Rockmusik in einem Kunstpark eine große Rolle spielen wird.
Ralf Winzer, den meisten wohl bekannt als Basser bei Curare, ist einer der wenigen Konstanzer Musiker, der sich überregional in der Rock und Metalszene etablieren konnte, und der von seiner Musik lebt. Momentan spielt er hauptamtlich bei der Schweizer Deathmetal Band Requiem, die gerade eine neue Scheibe herausgebracht haben. Die Kritiken sind ausgezeichnet und im Oktober gehts auf Tour nach England.
Wer Bock hat Ralf Winzer mit Requiem Live zu sehen, kann das am 13.10. im Bad Bonn in Düdingen bevor er kurz darauf über den Kanal zu den Briten schippert.
Es ist tatsächlich wahr. Konstanzer Bands rocken auf dem Oktoberfest im eigenen Zelt. Die Idee dazu hatte Hans Fetscher, der Veranstalter des Oktoberfests. Bereits im Sommer hat Fetscher Kontakt mit dem Netzwerk “b.free” Kontakt aufgenommen um diese Idee zu verwirklichen. Warum macht Herr Fetscher nicht auch noch das Zeltfestival? Ich könnte mir vorstellen, dass er das zum Laufen bringt. Zelte hat er ja genug. Und eine Schallmauer ;-)
Alles zu seiner Zeit. Jetzt hat er erstmal der jungen Konstanzer Musikszene neue Auftrittsmöglichkeiten geschaffen. Find ich prima. Allerdings ist mir nicht klar, wie sich die beiden Konzepte miteinander vertragen. In dem einen Zelt Sex & Drugs & Rock ‘n’ Roll, im anderen Sex & Bier & Volksmusik. Wird schon irgendwie. Eine Übereinstimmung gibt es ja. [mehr beim Südkurier]
Laut Egon spielen folgende Bands im Jugendbierzelt: „Stimmbruch“, „El Fischo“, „The Smoutos“, „Oxnard Montalvo Bäänt“, „Better Than Chocolate“ und „The Puking Tomcats“.
P.S.: Ein Hinweis auf der Oktoberfesthomepage: Lieber Gast, hiermit weisen wir Sie darauf hin, dass wir Gaststätten- rechtlich angehalten sind, den Bierkonsum auf 3 Maß zu begrenzen!
Jetzt ist es endlich raus. Auch bei Rock am See wacht die Stadt über die Einhaltung des “Lärmpegels”. Da wird kein Auge zugedrückt wenn die Zeiger der Meßgeräte im roten Bereich zucken. Die Folge ist ein Rockkonzert, bei dem man sich in Höhe des Mischpults noch unterhalten kann und ein breiiger Sound.
Der breiige Sound hat aber nichts mit der Lautstärke zu tun, das liegt eher an den überbetonten Bässen, welches heutzutage Standard bei Livekonzerten ist. Die Hörgewohnheiten haben sich verändert. Der Ursprung liegt in der elektronischen Musik, die speziell mit tiefen und dominanten Bässen glänzt. Das ist dort auch problemlos aufgrund der einfachen Trennung der Frequenzen möglich und klingt auch amtlich, ist aber schlecht auf Rockmusik übertragbar. Bei Rockmusik gibt es ein echtes Drum auf der Bühne und meistens stöpselt man die Instrumente nicht direkt ins Mischpult, sondern sie werden per Mikro an den Verstärkern und am Drum abgenommen. Die Amps und das Drum erzeugen bereits auf der Bühne einen relativ undifferenzierten Klangmatsch, der dann durch das überzogene Anheben der Bässe auf der PA zu dem bekannten Brei ausartet. (weiterlesen…)
Es ist noch nicht ganz offiziell, aber es tut sich etwas. Die Kneipennachtwelle ist auf dem Weg nach Konstanz. Wahrscheinlich wird es im November ergänzend zu Jazz Downtown noch eine Kneipennacht mit ausschließlich Tributebands geben. 17 Bands in 23 Kneipen. ZZ Top, Status Quo, Metallica, Red Hot Chilli Peppers usw. Das wird sicher eine Höllennacht, bei der es in der City wuselt wie im Sommer oder an Fasnacht. Die Bordsteine werden wieder runter geklappt, die Phonmessgeräte scharf geschaltet. Konstanz zuckt noch einmal kräftig, bevor es im Nebel verschwindet. Bin gespannt.
Der letzte Senf