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MUSIC IN TOWN

Die Leichtigkeit des Seins

Wie lange muss man Gitarre üben um den Blues mit so einer Leichtigkeit zu spielen wie Henrik Freischlader? Keine Ahnung. Die Zeit, die ich ins Gitarre spielen investiert habe, hat jedenfalls nicht gereicht um dahin zu kommen, und das war sicher eine Menge mehr Zeit wie die, die Henrik Freischlader (HF) in seinem vergleichsweise kurzen Leben bisher investiert hat.
Ca. 150 Bluesfans haben gestern den Weg in den Kulturladen gefunden. HF hat mehr verdient, aber so wie ich ihn einschätze, hätte er auch vor einem Zuschauer alles gegeben.
Ein sehr sympathischer Musiker stand gestern auf der Bühne des Kulturladens. Ein Ausnahmegitarrist, der nicht im geringsten Starallüren hat, der einem das Gefühl rüberbringt, dass er für seine Musik lebt und mit jedem Ton befreundet ist, den er auf der Gitarre erzeugt. Und Töne erzeugt er viele bei seinen oft über 10 Minuten langen Stücken. Das erstaunliche ist, es wird nie langweilig, selbst wenn er minutenlang fast unplugged seine Fender so gefühlvoll “streichelt”, dass man Stecknadeln im Kula fallen hört. Dazu gehört Mut in Zeiten der Loudness, in denen es mehr darum geht sich durch möglichst laut komprimierte Musik Gehör zu verschaffen wie durch Können und Herzblut.
Freischlader ist nicht nur Musiker, sondern auch Agent, Labelchef, Tourmanager und Merchandiser in einer Person. Er verzichtet auf die Mechanismen der Musikindustrie und nimmt seine Karriere ausschließlich selbst in die Hand. Ein Weg, den immer mehr Musiker gehen, und der Zukunft hat, vor allem wenn man so talentiert ist.
Am Schluß des Konzerts hat Freischlader mehrfach betont, dass ihm das Konstanzer Publikum sehr gefallen hat, und das er auf jeden Fall bei seiner nächsten Tour wiederkommen will. Das hören wir gerne und kommen auch alle wieder und bringen noch weitere Fans mit. Denn bis dahin ist er sicher auch in Deutschlands letztem Zipfele bei den Bluesfans in aller Munde.

Discussion

4 comments for “Die Leichtigkeit des Seins”

  1. Wir waren schwer beeindruckt von der Band, vor allem aber von Henrik Freischlader und sind total happy das es immer mehr junge Musiker gibt, die sich mit Blues befassen und dafür sorgen das der Blues noch lange am Leben bleiben wird.
    Viele Grüße von Mary aus Meerschburg

    Posted by Mary | März 26, 2010, 12:46
  2. Dein Kommentar, Wils, ist genau das was ich auch empfunden habe. HF ist nicht nur ein Ausnahmemusiker, sondern obendrein wirkt der Kerl noch sehr sympathisch, der gerne den Kontakt zum Publikum aufnimmt…
    spielt Gitarre wie ein Weltmeister und hat auch noch eine klasse Stimme …. wer beim nächsten Konzert von HF in Konstanz/Umgebung nicht hingeht ist selber schuld ….

    Posted by Martin | März 26, 2010, 14:44
  3. Hi Wils,
    ich bin wirklich seit Jahren ein großer Fan von Henrik und nehme auch mal 100 oder mehr Kilometer Anfahrt in Kauf, wenn er in der Gegend spielt. Einen derart sympathischen und hochtalentierten Bluesmusiker gibt’s glaub’ ich wirklich kein zweites Mal.
    Hier nochmal mein Eindruck von ihm bei den Rother Bluestagen und hier ein Bericht von einem Gig, den er 2007 in einem klitzekleinen Musikclub in Erlangen gegeben hat.

    Wann spielt denn Schwestergaby als nächstes? Ich habe einen Kunden in Konstanz. Wenn’s zeitlich passt, komme ich zum Gig.

    Bluesgruß aus Franken
    Axel

    Posted by Axel | März 29, 2010, 09:53
  4. Hi Axel,
    am 23.4. veranstalten 3 Konstanzer Blues/Bluesrockbands eine Bluesnacht im Kulturladen, auf der Bühne, auf der Henrik Freischlader vor ein paar Tagen war. schwestergaby ist dabei.
    Viele Grüße
    wils

    Posted by wils | März 29, 2010, 10:39

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