// you’re reading...

Featured

JEIN zum Konzerthaus

Vorweg: Ich brauche kein Konzerthaus. Mir würde ein Rockpalast genügen.
Natürlich bin ich als engagierter Hobbymusiker für eine Stadthalle in der Kultur jeglicher Coleur stattfinden kann, aber das Konzerthaus in der geplanten Form bekommt von mir beim Bürgerentscheid ein klares NEIN.

Einer der Gründe für meine Ablehnung ist, dass einen die Stadt vor vollendete Tatsachen stellt. Bevor der Bürger überhaupt nach seiner Meinung befragt wird, steht das komplette Konzept und eine Menge Geld wurde bereits investiert.  Lehne ich das Konzept ab, gibt es vermutlich keine Chance für ein neues Projekt. Warum wurden die Bürger bei so einem sensiblen und teuren Vorhaben nicht im Vorfeld gefragt was sie mehrheitlich wollen?  Kein Bürgerentscheid, sondern eine Bürgerbefragung über Standort, Ausrichtung, Nutzung und Größe etc.  Damit hätte man viel Geld sparen und das Projekt in die richtigen Bahnen lenken können. Diese Chance ist vergeben.

Was passt mir noch nicht? Die von Steuergeldern finanzierte Marketing Kampagne, die mir die vollendeten Tatsachen schmackhaft machen soll. Bekommen die Konzerthausgegner auch Geld von der Stadt um den Bürgern ihre Argumente werbewirksam und großflächig bekannt zu geben?

Zum Standort: Ich halte Klein Venedig nicht für den geeigneten Standort.  Obwohl ich zugeben muss, dass die geplante Gestaltung dieses Geländes schon was hat, auch wenn mir die Architektur mit dem goldenen Kasten von außen viel zu pompös daher kommt.  Hotel und Parkhaus lehne ich ab.  Bez. der Verkehrsanbindung würde ich, wenn schon Klein Venedig, dann rigoros vorgehen. Keine Parkmöglichkeit in der Nähe des KH. In jeder Eintrittskarte ist eine innerstädtische, kostenlose Hin- und Rückfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Bahnhof enthalten. Der Rest wird zu Fuß erledigt. Natürlich weiß ich, dass das (noch) völlig unrealistisch ist. Deshalb bin ich ja auch gegen den Standort Klein Venedig.

Zur Architektur und dem Nutzungskonzept: Auch mich beeindruckt die Architektur und Funktionalität im Inneren des geplanten Gebäudes.  Ich könnte mir ein ähnliches Gebäude durchaus an einem anderen Standort vorstellen mit einer Parkgarage darunter. Allerdings würde ich statt der Doppelfunktion Kongreße und Kultur den Schwerpunkt ausschl. auf  Kultur legen und den Innenausbau so gestalten, dass es möglich ist verschiedenstene Events stattfinden zu lassen, je nach Eventart auch gleichzeitig.  So ein Haus muss mit Leben gefüllt werden und sich zum zentralen Konstanzer Kulturtreffpunkt entwickeln, in dem mehrfach in der Woche was los ist.  Damit das Haus auch außerhalb der Veranstaltungen genutzt wird, wäre ein integriertes Kulturcafe mit kleiner Bühne sicher ein prima Sache.

Irgendwie hab ich das Gefühl, dass das momentane Nutzungskonzept des KH so eine Vielfalt nicht vorsieht. Es kommt mir eher vor, das auf  Klein Venedig ein monumentales Vorzeigeobjekt enstehen soll, welches den vorbeifahrenden halbvollen Katamaranen mit güldenem Licht den Weg in den Hafen von Bad Konstanz weist. Ein teures Unterfangen mit immensen  Betriebskosten, welches auf profitable Kultur angewiesen ist und damit NonProfit Kultur gezwungenermaßen ausgrenzen muss.

Discussion

32 comments for “JEIN zum Konzerthaus”

  1. Posted by Gaby | Februar 5, 2010, 11:58
  2. liebe schwester gaby,
    ich kenne ihre musik nicht, bin wohl auch nicht in ihrem alter (!), spiele privat klavier – klassik/jazz – (bin nicht umsonst mit prof. bernd konrad verwandt!), finde immerhin den namen ihrer band durchaus topsüss. Sie wollen also kein Veranstaltungshaus am See – o.k! bereits schiller meinte: die kunst ist eine tochter der freiheit. man ist also frei in seiner entscheidung. sie merken zwar an, dass dem nicht so sei, die stadt würde die bürger überrumpeln, nach meinungen würde nicht gefragt. liebe gaby: das thema steht seit über 10 jahren im raum! bürger haben sich in der vergangenheit viel zu wenig eingemischt. man kann immer was machen, wenn ein ziel besteht, wenn man sich einig ist. aber gerade darin krankt die gegnerschaft. es geistern tausend ansichten herum. keine ist konkret genug, um einen konsens zu finden, wie es scheint. jeder meint, das kolumbusei gefunden zu haben und nennt doch nur seine persönlichen ansichten. nicht mal in der standortfrage wäre man sich einig, noch weniger in der frage, ob es “so ein ding” überhaupt braucht. natürlich hat die stadt den vorteil, gelder für eine projektarbeit zur verfügung zu stellen. tatsache ist aber auch, dass sie dies zielgerichtet machte, sich anstrengte, eine lösung nun den bürgern zu präsientieren. und wie er darüber befindet, wird man sehen. die gegenpropaganda ist leider politisch etwas linkslastig und basisgrün und von notorischen neinsagern und ob-”hasser” durchsetzt, was die sache nicht einfacher machen dürfte, allerdings verständlich, da verständlicherweise die kreise, die ein schönes konzerthaus befürworten, eher – nicht alle, ich ebenso nicht! – von einem begüterteren stern kommen. entsprechend bin ich erstaunt, dass sich nicht eine grössere gruppe mit privatgeldern engagiert, etwa in einer stiftung “konzerthaus”. wie sie richtig schreiben, werden wohl eher keine nonprofit-veranstaltungen – zumindest im grossen haus – stattfinden. andererseits fühlen sich ja nonprofit-musiker zwischen kula und z 99 usw. bedeutend wohler. wir haben in den 60-70 jahren im damaligen “glöggle” (bei den meulenmans) in der tyrolergasse auf-teufel-komm-raus gejazzt, dass die wände wackelten! – war dufte. diese scene ist verschwunden. mit der seekuh (gabi kemmler) begann das kommerzielle. ich bin also, um auf das thema zurück zu kommen, für das konzert- und kongress veranstaltungshaus in der vorgesehenen ausrichtung und grösse. über die örtlichkeit lässt sich natürlich streiten, aber wenn jetzt nichts geschieht, ist der zug auf lange zeit abgefahren. und das sollte sich konstanz nicht leisten! sonst kann man die philharmonie gleich auf den katamaran verfrachten und nach friedrichshafen verschiffen. dort sind die raumbedingungen seit jahrzehnte deutlich besser (graf zeppelin haus). die architektur “mit der grossen glasscheibe hinter der bühne” ist übrigens ein unnötiger gag. er wäre nur sinnvoll, wenn in der sichtachse zum see eine parkähnliche gestaltung entstehen würde. bis jetzt tummeln sich da oktoberfestler, zirkusartisten, fischverkäufer, usw. herum, wie das ganze “wüstengelände” dringen einer ästhetischen korrektur bedarf (also: alle veranstaltungen zurück zum döbele und das areal parkähnlich gestalten!). also: das haus ist gross genug. mehr kann sich die stadt so oder so nicht leisten. 1200 ist ein kompromiss. die zahl ist allerdings für top-event zu klein. der eintritt zu konzerten entsprecehnd eher teuer. für grösseres haben wir ja die bodenseearena: da findet bereits “jeder näpp” statt. kommenden freitag tatsächlich der “musikantenstadel”! und regional ist bereits viel geboten : in friedrichshafen, singen, radolfzell, ravensburg, usw. ich hoffe, liebe schwester gaby, ich habe sie zumindest 10 % überzeugt für ein Projekt, das – nebenbei – arbeitsplätze schafft, aber nicht ganz, wie halt oft, optimal sein wird (die gestaltung des grossen konzertsaals finde ich persönlich beim unterlegenen projekt der wiener architekten schöner, repräsentativer, charmanter!), aber trotzdem ist das vorliegende haus eine letzte chance für die kommenden 10-20 jahren – es sei denn, privat wird eine reine konzerthalle im klassischen sinn erstellt. aber da kann man gerade in konstanz lange darauf warten…….
    frohes musizieren (mit wenigstens bezahlten unkosten!). freundliche grüsse.
    bruno neidhart, konstanz

    Posted by Bruno Neidhart | Februar 14, 2010, 16:48
  3. Ein rekordverdächtig langer Kommentar Herr Neidhart. Ich denke es wäre besser dies Thema im Glöggle oder woanders verbal zu diskutieren bis die Fetzen fliegen ;-)
    Muss eine schöne Zeit gewesen sein, als man in Konstanz noch spontan in Kneipen Musik machen konnte. Heute regelt auch das eher die Stadt.
    Ich glaube, dass wir vom Alter her so weit nicht auseinander sind. Ich stand Anfang der 70er Jahre auch bereits auf diversen Bühnen in der Stadt, allerdings nicht mit Jazz, sondern mit Rockmusik.
    Zurück zum KKH. Ich weiß, dass das Thema schon eine halbe Ewigkeit in der Stadt gärt. Genau aus diesem Grund hätte ich als Bürgermeister die Bürger gefragt was sie eigentlich wollen, und hätte daraus die Zielrichtung des Projekts entwickelt.
    Ich bin mir sicher, dass die Mehrheit der Konstanzer für ein Konzerthaus ist, aber eben nicht so, wie der BM das will. Und wie sie richtig schreiben, kann das dazu führen, dass bei einer mehrheitlichen Ablehnung der Zug für immer abgefahren ist. Das ist schon heftig und ausschl. auf das Vorgehen der Stadt zurückzuführen. Da gehen ein paar Millionen Euro Steuergelder ohne Not den Bach hinunter.
    Es gab und gibt übrigens Gegenvorschläge von diversen Bürgern, manche sogar sehr detailliert (Konzerthaus am Lutherplatz z.B.). Die wurden alle vom Tisch gefegt. Klein Venedig oder nichts.
    Im Grunde wollen wir beide ein Konzerthaus. Nur lehne ich die geplante Variante ab, weil das Konzept für mich nirgendwo stimmig ist, und in Richtung Prunk und Protz tendiert. Meine Vorstellungen zu einem Konzerthaus hab ich ausführlich in dem Artikel formuliert.

    Viele Grüße Klaus Wilsrecht-Zahn

    Posted by wils | Februar 14, 2010, 19:10
  4. Aus dem langen Kommentar von Herrn Neidhard ist unterm Strich nur ein einziges Argument für das Kongresshaus herauszulesen: wenn nicht jetzt in Klein-Venedig gebaut wird, ist der Zug für immer abgefahren. Wieso denn das?
    Dieses Argument musste schon für den Bau des Katamarans herhalten und jetzt dümpelt er in der Verlustzone. Wie vorausgesagt von “Linkslastigen, Basisgrünen, notorischen Neinsagern und OB-Hassern”.
    Vernünftige und ziemlich viele Argumente gegen das Kongress- und Parkhaus(und nicht zu vergessen, das Hotel)auf Klein-Venedig finden sich auf der Internetseite der GegnerInnen.

    Posted by Gaby | Februar 15, 2010, 11:37
  5. lieber klaus wilsrecht-zahn,
    ich versuche mich kurz zu fassen! lutherplatz ist nicht vergleichbar, kenne das projekt, habe mich mit den initianten kurz brieflich unterhalten, – praktisch nur konzerthaus, erinnert bei allem lobenswerten bis jetzt an eine unvollendete sinfonie: geländeankauf nicht konkretisiert, verkehsplanung nur angedeutet, bau stösst nach süden auskragend gegen die lutherkirche vor (platzmangel oder städtebaulicher gag?), verändert das stadt- und strassenbild an dieser stelle deutlich, schwierige nachbarschaft, weil rundum bewohnt, trotzdem interessant, aber mit der neuen platzbildung-/strassenbildung im bereich laube ein weiterer stolperstein wohl für viele. projekt klein-venedig würde ich nicht als “prunkt und protz” bezeichnen, innen eher minimalvariante, gewählte gold-lochblechfassade halt etwas “provozierend”, wohl einer “barockisierenden idee” entsprungen, hat durchaus tradition bei vorarlbergs baumeistern (des 17./18. jahrhunderts!!). glöggle tirolergasse war eine “künstlerkneipe”: schauspieler, musiker, maler, schreibende, “sich-dafür-haltende” – braucht es auch! sehr nett, mit grossem hund unterm tisch und – am(!) tisch – grossmutter der wirtin. so was gibts leider nicht mehr in kn’s mauern. andere zeiten.
    LIEBE GABY,
    (der “dümpelnde” katamaran ist hier nicht die fragestellung). ich bleibe dabei: jetzt oder nie (klein-venedig). hätten sich “macher” zusammen getan und das ganze z.b. dem brachliegenden seerheinufer zugeodnet und durchgezeichnetes/durchgerechnetes, überzeugend in allen aspekten vorgelegt, hätte man vielleicht ebenso viele überzeugen können, wie nun wohl fürs städtische projekt mit dem simplen, aber im kern wohl nicht weg zu diskutierenden tenor: mittelalterliches konzilsgebäude für konzerte “endlich vergessen” und für ausstellungen und andere veranstaltungen sinnvoll verwenden.
    lieber gruss an beide! mein unmassgeblicher überzeugungsversuch (mit: “trotz allem”) gelingt wohl nicht ganz – oder doch? (“schwester gaby in concert at klein-venedig hall, 2013?” – wer weiss…)
    bruno neidhart

    Posted by Bruno Neidhart | Februar 15, 2010, 22:27
  6. Lieber Herr Neidhard, zum Thema Alternativvorschläge und Zusammenarbeit mit städtischen Gremien habe ich soeben ein Mail von Andreas Rogg / Architekturforum Konstanz/Kreuzlingen bekommen, welches ich Ihnen gerne zukommen lassen würde. Entweder Sie schicken mir Ihre Adresse über unsere im Impressum angegebene oder Sie warten noch ein wenig – die Stellungnahme des Architekturforums wird sicherlich in Kürze auf der Seite der KKH-GegnerInnen veröffentlicht. Da bin ich ja mal gespannt auf Ihre Reaktion!

    Posted by Gaby | Februar 16, 2010, 14:15
  7. Ich Dummerle hab´s Quorum falsch erklärt. Und niemand hat´s gemerkt. Es ist so:
    mindestens 25% der Wahlberechtigten müssen mit NEIN stimmen!
    Dann ist der goldene Protzkoloss auf Klein-Venedig erstmal futsch und man kann sich hoffentlich vernünftigeren Dingen zuwenden.

    Posted by Gaby | Februar 17, 2010, 10:55
  8. architekturforum – liebe schwester gaby! da spielen natürlich einige kn-berufskastenbefindlichkeiten mit. sie sind sogar verständlich, doch sollte man auch mal über den eigenen schatten springen und die jahre, die ins land gezogen sind, ohne dass sich etwas bewegte, reflektieren. ich habe zumindest noch kein seriös durchgearbeitetes anti-gemeinderatsprojekt dieser formation erkennen können, mit dem sich hausieren liesse. im übrigen habe ich auf herrn rogg’s einwurf bereits bei “seemoz” (herr reile, den sie sicher kennen) zu antworten versucht. nur dort spielt halt “unter konstruierten einwänden” bereits die zensur. ich nehme an, sowas ist sogar in unserer rechtssituation abgesichert – o.k! wenn ich meine entgegnung noch in den e-mails finde, werde ich mich bemühen, ihnen den text zukommen zu lassen. oder ich schreibe was neues dazu bei gelegenheit – kein problem.
    freundlicher gruss
    bruno neidhart

    Posted by Bruno Neidhart | Februar 18, 2010, 10:27
  9. Ist angekommen.
    Und ich bleibe dabei – ein Kongresshaus, ein Parkhaus und ein Hotel gehören nicht auf Klein-Venedig!
    Wie die Stadt mit ausgearbeiteten Plänen und Ideen von engagierten Bürgern umgeht, das könnte ich Ihnen am Beispiel des Palmenhauses im Paradies belegen. Viele dicke fette Ordner…
    Gut, gehört nicht hierhin.

    Posted by Gaby | Februar 18, 2010, 12:46
  10. …hier hin.

    Posted by Gaby | Februar 18, 2010, 19:33
  11. An Gaby: Gut, die Überzeugung gelingt nicht – demokratisch problemlos registriert! Aber doch noch einige kritische Fragestellungen, selbst auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen (bin zäh – gäll!): Bringt der Verkehr, der Umtrieb, wie er bis heute zu diesem Gelände gehört (Oktoberfest, GEWA- Ausstellung, Zeltfestival, Hamburger Fischmarkt, Zirkusse, usw.) nicht bereits derzeit das Ende der Hafenmeile periodisch in grössere Wallung? Soll diese ungeordnete Deutschlandecke als zeitweiliger Veranstaltungsort “im Hüttenbetrieb” die nächsten 50 Jahre überdauern? Soll man sich hier am Seegestade, an der offenen, schönen Promenade zur Schweiz, jeweils noch wochenlang den Auf- und Abbau von Zeltstädten ansehen, sich lauter Musik aussetzen? Wäre es nicht sinnvoller, dieses “Brachland mit zeitweiliger Besiedelung” ganzjährig konkreter zu überplanen, eine ästhetischere Geländeordnung herzustellen? Mein Plädoyer als Maximalforderung – solche sind bekanntlich meistens Wunschträume! – wäre deshalb auch: KKH – wie planerisch vorgesehen, im Hintergrund des Areals. Vor dem Areal bis zur Seekante hin eine öffentliche, parkähnliche Gestaltung mit Blumen, Bänken, Wasserspielen, einzelnen Bäumen, usw. Verlängerung des Lago-Parkhauses bei Begrenzung der Parkflächen über den Geleisen, ev. Teilzugang zum Lago-Parkhaus von der Schweizer Seite her (Freiestrasse, Wiesenstrasse). Oder noch besser: Bau eines “Schweizer Parkhauses” noch vor der Grenze im Bereich Bodensee-Arena. Grossveranstaltungen beschriebener Art auf dem Döbele (wie ab und zu die bunten Fahrgeschäfte), dazu privater Bau eines Parkhauses im Randbereich. Möglichst überall Busfahrbahnen, besonders rund um die Innenstadt. Der Ansichten gibt es also gar viele, doch das Machbare ist halt in der Regel ein zäh ausgehandelter, “gutbürgerlicher” Kompromiss mit “demokratischem Charme”, was immer das jeweils zu bedeuten hat an Positivem und gelegentlich halt auch Negativem. Unschön wäre es, wenn die Sache Klein-Venedig letztlich zu einer Kulturfrage divergierender Ansichten mutieren würde…..
    Tschüss und schönes Wochenende!
    Bruno Neidhart
    (p.s. War neulich wieder mal im Palmenhaus. Erfreute mich an den tropischen Pflanzen)

    Posted by Bruno Neidhart | Februar 20, 2010, 11:47
  12. Uff…das letzte Wort muss nicht immer das Beste sein. Auf jeden Fall liegt in der Kürze die Würze. Nein zu KH auf KV !!! ;-)))

    Posted by Hilde | Februar 20, 2010, 13:26
  13. genau!

    Posted by Gaby | Februar 20, 2010, 16:56
  14. Bevor wir noch länger aneinander vorbeireden, Herr Neidhard, ich gehöre zu den Hardcore-Autohasserinnen und bin für eine komplett autofreie Innenstadt ohne zusätzliche Parkhäuser, die nur noch mehr Verkehr anziehen. Und schon gleich gar keine mit Seeblick. Die Leute müssen gezwungen werden, ihre Kisten ausserhalb abzustellen, da gibt´s genügend Parkmöglichkeiten. Und ab in den Seehas. Das geht auch mit Stöckelschühchen und Frack, wenn´s denn schon so ein Outfit braucht für die Höhere Kultur. Eine parkähnliche Gestaltung und ein gescheites Nutzungskonzept für Klein-Venedig fänd ich auch schön. Nur mit Parkhaus und Hotel und Kongressen und dem dazugehörigen Publikum geht das nicht zusammen. Die jetzige Planung ist schlichtweg größenwahnsinnig, nicht finanzierbar, ach was sag ich, gaga halt. Und nochmal, vernünftige Argumente finden sich auf http://www.nein-zu-klein-venedig.de. Und daß man sich am Palmenhaus erfreuen kann, das haben Sie, lieber Herr Neidhard, einigen engagierten Bürgern/innen zu verdanken und nicht der Stadt mit ihrem OB. Der wollte das Gebäude vergammeln lassen und den Park überbauen. So.
    Tschuldigung, Hildchen, war länger.

    Posted by Gaby | Februar 20, 2010, 17:32
  15. Ganz kurz: Nur keinen Hardcore-Kulturkampf. Auch nicht mit “Mobilität” oder “Stöckelschühchen” (Sah übrigens in der Berliner Philharmonie junge Kulturfreaks mit Turntretern – Puma und so!). Durch “Leute zwingen” und “Kisten abstellen” kommt man nicht eben weit. Mit Probleme da lösen wo sie realistischerweise lösbar sind, schon eher. Sie können ja, liebe Gaby, das Parken und Riden, das leider rund um KN noch nie echt funktionierte, in Funktion bringen. Aber vielleicht ist es noch schöner, Träume zu haben. So was habe ich auch – zur Genüge.
    B.N.

    Posted by Bruno Neidhart | Februar 22, 2010, 14:02
  16. Das letzte Wort hab ich.

    Posted by Gaby | Februar 22, 2010, 20:24
  17. Denkste :-)

    Posted by Egon | Februar 23, 2010, 07:17
  18. Doch!

    Posted by Gaby | Februar 23, 2010, 10:29
  19. Hä, was ist das denn? Sind wir auf Twitter?
    Auch ich mache Musik (in der konstanzer Band THE BITE) klar ist doch, das Konzert und Kongresshaus ist nichts für Rock- und Popmusik. Das müsste nicht so sein, aber gut – geschenkt. Der Argumentation von Wils kann ich mich voll anschließen, möchte aber eines noch ergänzen.
    Dass die Stadt nicht rechnen kann, ist ist nicht erst seit dem Desaster mit der Fußgängerbrücke (ich war neulich mal drauf und stellte fest: die ist gar nicht aus Gold, wie es der Preis vermuten ließe)oder dem schon erwähnten “dümpelnden katamaran” Ich habe keine Lust hinterher zu hören, das hätte man doch nicht ahnen können und jetzt müsse man eben die Grundsteuer erhähen, die Bustickets sowieso und die wollmatinger Straße bleibt Schlaglochpiste. So wird´s kommen,wenn das Kongresshaus kommt, denkt an meine Worte.
    Chris Rieck

    Posted by chris | Februar 24, 2010, 18:47
  20. Konstanz hat etwas mehr als 80 000 Einwohner. Die Einzugsregion für ein Konzerthaus hätte eine Größe von sicher mehr als 150 000 Einwohnern. Das sind sicher fette Zahlen.
    Andererseits gibt es in Singen ein neues Konzerthaus mit einem attraktiven Programm, in Radolfzell finden kleinere Events statt. Von der mit 1200 Plätzen geplanten Größe hebt sich das Konzerthaus in KN davon nicht eklatant ab. Damit tritt das KH in KN direkt in Konkurrenz mit dem Singener Haus und sich auch teilweise mit dem nicht ganz optimalen Milchwerk in Radolfzell.

    Kultur, solange es keine Populär-
    “Kultur” ist, ist eigentlich immer ein Zuschussgeschäft. Wenn es zu “Populär-Kultur” wird, ist es kommerziell. Die Frage stellt sich dann: Kann Kultur überhaupt kommerziell sein, ist “Populär-Kultur” überhaupt noch Kultur oder reines Geschäft.

    Die nächste Frage ist: kann sich das KH überhaupt in irgendeiner Weise selbst tragen? Dazu müssten sicher eine Menge dieser “Populärkultur”-Veranstaltungen durchgeführt werden. Doch: Ist dazu das Haus überhaupt entsprechend ausgestattet? Reicht einem kommerziellem Veranstalter für “Populärkultur” überhaupt das Angebot von 1200 Plätzen?

    Wie groß dürfte das Jahresbudget eines durchschnittlichen kulturinteressierten Konstanzers sein, der sich für Veranstaltungen in einem KH interessiert? Wird er sich mehrfach im Jahr solche Besuche leisten können? Wird sich das evtl. auch auf Kosten anderer Kulturschaffenden auswirken?

    Ein Stadtrat vertritt – zumindest sollte er das – die Bürger. Alle Bürger einer Stadt. Nicht nur die an Klassik Interessierten. Auch Rockmusikinteressierte, Punkmusikfans, Opernfans, Theaterfans, auch Fans volkstümlicher Veranstaltungen vom Bauerntheater bis volkstümlicher Musik.
    Ein solch dickes Projekt wie das KH _MUSS_ alle Belange aller Bürger berücksichtigen.

    Diese finanzielle Belastung des Stadtsäckels wird auf die nächsten 20 Jahre hinaus die Bezuschussung von Kulturschaffenden in Konstanz massiv beeinflussen. Wie schon in anderen Städten geschehen, wird das Kulturangebot in der Breite schrumpfen werden. Sicherlich gibt es dann andere Highlights. Doch es drängt sich mir der Verdacht auf, das Angebot wird eher die wirtschaftlich besser gestellten ansprechen, als die breite Masse der Konstanzer Bürger, die sich – und das ist auch ein wirtschaftlicher Faktor! – aus vielen Studenten zusammensetzt.

    Ich sehe daher die in dieser Höhe geplanten Ausgaben für ein KH auf Klein Venedig zum Fenster rausgeschmissen.
    Ein Konzerthaus: Ja. Aber nicht auf Klein Venedig, dafür billiger, weniger Prachtbau, für _alle_ Kulturschaffenden und Kulturinteressierten bezahlbar und von Pop über Rock bis Jazz und Klassik, von Bauerntheater, Vereinsveranstaltungen (Fasnacht) bis Hochglanz-Theater etwas zu bieten.

    Neben der Haltestelle Petershausen oder in der Nähe der Haltestelle Fürstenberg könnte ich mir soch ein weniger glänzendes und weniger übertriebenes Konzerthaus viel besser vorstellen.

    Lasst Klein Venedig grün, ein Park zum Flanieren für die Touris.
    Der Platz ist zu schade für ein Haus ohne Fenster, in dem die meisten Veranstaltungen Abends/Nachts stattfinden und man vom schönen Bodensee nichts sieht.

    Posted by dokape | März 1, 2010, 08:34
  21. @DOKAPE
    100% Übereinstimmung!

    Posted by wils | März 1, 2010, 10:01
  22. wohl gesprochen dokape!!!!!!

    Posted by chris | März 3, 2010, 23:04
  23. liebe(r) dokape,
    für “bauerntheater” ist wohl eher das tv zuständig, weniger ein konzert- oder kongresshaus (mit übrigens ordentlich grossen panoramafenstern!). und klein-venedig war noch nie “aktiv grün”, könnte es höchsten werden, aber dann müssten die periodisch auftauchenden “vereinigten hüttenwerke” endgültig vom platz verschwinden. kongresse zum beispiel finden tagsüber statt, nicht abends. eher wirtschaftlich besser gestellte? pop oder rock auf einigermassen niveau sind oft noch teurer (melden die enkel). direkt an der grenze steht ein grosses veranstaltunghaus (bodenseearena). die macher bringen hier einiges zustande, nach dem sich konstanz von der mitfinanzierung getrennt hat. ein konzerthaus ist immer regional und überregional (bis national und noch weiter!) verankert. da kommt man dann für konstanz flüssig auf 150-200′000 und mehr. konstanzer fahren nach bregenz, friedrichshafen, st. gallen, winterthur, zürich (alternative gar in den norden bis nach wacken zu den schwermetallern!). ihr beitrag ist interessant, etwas mixt, drückt leicht unsicherheit vor dem 21.3.aus (vielleicht nur gefühlt!). was ist populär-kultur (mein musikschwager sagt – nebenbei – “popular”)? kulturmachen ist grundsätzlich vorerst immer unkommerziell. die “kümmerer” rund herum erklären es dann als kommerz und möchten daran teilhaben. manchmal geht die rechnung auf, manchmal daneben. in der regel war es aber doch kultur, was da so kostet. geht dann kollektiver bildungsauftrag durch. eine stadt muss sich entscheiden.

    Posted by Bruno Neidhart | März 4, 2010, 16:20
  24. So, jetzt merkt euch mal alle den 13.März, da findet im Großen Saal im Neuwerk ein Konzert gegen die beknackten Baupläne auf Klein Venedig statt. Ich stell grad das line-up zusammen. Ist schwer, weil alle, alle mitmachen wollen. Sieht so aus, als ob sich die nichtsubventionierte Konstanzer Musikszene schon entschieden hat: NEIN zu Klein-Venedig!

    Posted by Gaby | März 4, 2010, 19:11
  25. fertig:

    Mohamed Badawi
    Paul Amrod
    Dannenmayers Blues Band
    El Fischo
    Zwielichtorchester
    schwestergaby

    Plakate und Flugis auch fast fertig.

    Posted by Gaby | März 4, 2010, 22:37
  26. Wann solls den los gehen? Wenn ich es zeitlich schaffe (muss vorher noch Sushi essen ;-)) komm ich vorbei und mach wieder Fotos!

    Posted by Thorsten | März 5, 2010, 15:48
  27. Au ja. Aber nicht mich. Um achte gehts los. Hoffentlich wird´s dir nicht schlecht vom kalten rohen Fisch. Schmeckt das denn überhaupt, das neumodische Glump? Ich mag Hering mit Sahne, Zwiebel, Äpfel oder geräucherte Felchen vom Fischer Leib.

    Posted by Gaby | März 5, 2010, 23:07
  28. liebe gaby,
    heringe schwimmen ja keine vor klein-venedig! wenn du die sushi-mode schon nicht mitmachen möchtest (ich übrigens auch nicht), ist der leib’liche bodensee-standardfisch felchen ziemlich alternativlos (für die früheren guten kretzer ist der see glücklicherweise inzwischen zu gesund, nicht zuletzt, nach dem man die stinkenden, verfaulten kleinbuchten, wie klein-venedig, vor jahrzehnten korrigierte). die zukunft konstanz auf einer kulturebene verbauen, die dem nichtsubventionierten musikleben wenig zu schmecken scheint, finde ich schade. die zuspitzung auf eine kulturschlacht (fundamentalopponist und solist schäfer meint gar – wohl in ermangelung von treffenden gegenrezepten, das konzerthaus würde die philharmonie gefährden!!!) sollte nicht das letzte ziel sein. nehmt doch das neuwerk-happening zum anlass, auch mal zu filtern, ob auf klein-venedig nicht doch z.b. ein jährliches indipendent- festival oder sowas denkbar wäre, ob ihr euch tatsächlich bereits ausgeschlossen fühlen oder doch positiver, kreativer an das ding ran gehen solltet. wie auch immer die bürger entscheiden werden, darf keine kulturimmanente grundverdrossenheit zurück bleiben, die dauerhaft die verschiedenen kulturebenen trennen oder zumindest beeinflussen würde. c-dur ist beidseits doch c-dur. ein trotzmoll – weder ein rockiges noch ein beethoven’sches – bringt auf beiden seiten gar nichts. sich in irgend welche keller oder fabrikreste verkriechen, “die anderen” weitere 10-20 Jahre in das 600 Jahre alte lagergebäude am hafen zu sperren, wäre keine gute aussicht – oder? also nochmals reflektieren – wenns sein muss nach badischem (für einmal unkündbarem!) maultaschenessen. schmeckt ordentlich.
    viel spass am 13.-ten.

    Posted by Bruno Neidhart | März 6, 2010, 09:33
  29. @Gaby: du bist doch nicht etwa fotoscheu ;-) Und Suhsi hat für mich eigentlich nichts neumodisches. Ich hab das zum ersten Mal während meiner Zeit in San Francisco probiert und dort war das ganz normales. Kein Wunder bei den ganzen Chineses, Japanern, Mexikaner, Italienern und deutschen dort… Aber jetzt wirds off-topic. Samstag ist gebucht!

    Posted by Thorsten | März 6, 2010, 10:12
  30. Ich sag nur “Zeltfestival”. Futsch. Kein Ersatz. Keine ausreichenden Subventionen. Von wegen “indipendent-festival”. Independent heißt immer, keine Kohle, wir zahlen drauf.
    Maultaschen sind schwäbischen, katholischen Ursprungs. Die badischen Pietisten sind nicht in der Lage, so raffiniert Fleisch zu verstecken, daß man es auch in der Fastenzeit futtern kann.
    Zwengs Kulturschlacht – Herr Riem, seines Zeichens Intendant der Philharmonie, hat mich zum Kaffee eingeladen. Nach dem Bürgerentscheid. Ich werde berichten.
    Ja, ich bin fotoscheu. Aber Du machst klasse Bilder, lieber Thorsten.

    Posted by Gaby | März 6, 2010, 10:59
  31. Ähem ….. letztes Wort :-)

    Posted by Egon | März 11, 2010, 13:27
  32. Nie im Leben, Egon!

    Posted by Gaby | März 11, 2010, 14:28

Post a comment