Oasis haben Koko Freitag Nacht ordentlich zum Schwitzen gebracht. Die Oberstarbrüder hatten wieder einmal mächtig Streit und als Konsequenz die Band aufgelöst. Ohne Rücksicht auf Verluste wurden die restlichen Tourneetermine abgesagt. Ihre recht große Fangemeinde scheint den Herren am Ar… vorbei zu gehen. Koko hat schnell reagiert und die am Freitag in Arbon spielenden Deep Purple in einer Nacht und Nebel Aktion als Ersatzheadliner für Rock am See verpflichtet. Eine gewagte Entscheidung, aber in der kurzen Zeit blieben nicht viel Optionen.
Da ich kein Fan von Oasis bin, und deren Absage mir unerwartet ein Deep Purple Konzert im Bodenseestadion beschert hart, sollte ich mich eigentlich bei Oasis bedanken. Hab ich mich auch anfangs.
Die Info, dass Deep Purple spielen, kam erst 2 Stunden vor dem Konzert von Gaby. Kurzentschlossen haben wir uns um neune aufs Bike gesetzt und sind zu Rock am See gedüst. Als wir ankamen waren Deep Purple bereits dabei mit Highway Star die letzten Oasis Fans zu verscheuchen. Eine Menge Leute strömten aus dem Stadion. Laut Südkurier verließ die Hälfte der Zuschauer (10 000) nach Mando Diao das Festival.
Das war schon mal die erste Ernüchterung in Bezug auf die Akzeptanz einer Band, die in den 70er Jahren Superstars waren und Rockgeschichte geschrieben haben. Immerhin gab es dadurch genug Platz im Stadion, sogar einen Komfortplatz auf der Tribüne.
Deep Purple waren inzwischen dabei nach dem fulminanten Auftakt die Sache ruhiger angehen zu lassen. Warum nicht. Das steigert die Spannung. Aber man kann den Bogen auch überspannen. Statt es zwischendurch mal wieder knallen zu lassen wurden DP immer belangloser. Hey Leute. Es ist Rock am See und ihr habt die Chance Oasis zu zeigen wo es lang geht. Gebt alles. Nein. Es sollte nicht sein. Die Setlist hat bis auf Smoke on the Water, dem letzten Song vor der Zugabe, vor sich hingeplätschert, wie wenn es darum ging dem Publikum die langweiligsten und am wenigsten bekannten Songs aus 40 Jahren Deep Purple so nebenbei unterzujubeln. Selbst Smoke on the Water kam recht schwerfällig daher. Dazu noch ein paar unspektakuläre Soli von Steve Morse, der meiner Meinung nach musikalisch eh nicht zu Deep Purple passt, und der Abend war für mich gelaufen.
Halt, nicht ganz. Es gab noch eine Zugabe, in der Deep Purple wieder aufgewacht sind und ein paar Pluspunkte beim Publikum gesammelt haben. Immerhin. Viele neue Fans hat das Konzert aber sicher nicht gebracht. So kommt es wie es kommen muss. Die Herde zieht weiter zum nächsten Konzert von Oasis.


Schade für Deep Purple…. Ich habe sie vor etlichen Jahren mal in Ulm gesehen, ebenfalls mit Steve Morse. Dort waren sie alledings fulminant gut. Aber als Ersatz für Oasis herzuhalten konnte auch nicht wirklich gut gehen. Da ist die Erwartungshaltung nicht nur hoch, sondern auch unterschiedlich.
Diese Meinung kann ich nicht nachvollziehen. Mich hat der Beginn von Deep Purple so geflasht dass ich anscheinend verpasst habe wie schlecht sie zwischendurch waren. Mein bestes Konzert bis jetzt. Ich fand es richtig gut.
Schlecht ist der falsche Ausdruck. Die Kritik hat sich auch nicht auf das musikalische Können von DP bezogen, sondern hauptsächlich auf den Aufbau der Setlist. Möglicherweise kam das Ganze weiter vorne Richtung Bühne auch besser rüber. Wie auch immer. Ist alles subjektiv.
Vielleicht hatten sie ja aus Versehen die Setlist von OASIS ?
Der Sound war das ganze Festival über sehr unterschiedlich; kam aber immer drauf an, wo man gerade stand. Aber er war immer nur mittelmäßig bis schlecht.
Bei DP stand ich vier Meter vor´m Wellenbrecher und der Sound wurde erst nach dem dritten Song besser. Der Gesang war immer zu leise. Die alten Herren gaben alles, ihre Präzision war überzeugend, aber die Setlist war wirklich eher dürftig und auch ich war ein wenig entäuscht, als ihr Child in Time nicht erklang – auf diesen Klassiker hatten nun wirklich alle gewartet, die´s noch schnell vom Sofa in´s Stadion geschafft hatten, aber vielleicht stand den Originalen der Song Oberkante-Unterlippe … ein eher mageres Fest, dafür gab´s nur Warteschlangen am Dönerstand und einen mächtigen Berg Abfall. Freuen wir uns auf´s 25. Rock am See, falls es nicht auch – wie das Zeltfestival – still und leise aus der Konstanzer Kulturlandschaft verschwindet. Als hinge professionelle Rock-Kultur an nur einem Veranstalter …
ich äußere mich selten zu irgendwelchen konzertmeinungen, weil das ganze doch ne recht subjektive sache is. aber hier kann ich mir leider und gerade deswegen net verkneifen zu sagen, dass das konzert von deep purple nicht nur das beste konzert war, das ich je miterlebt hab (und hab nicht dieses jahr erst eine konzertleidenschaft entwickelt), sondern es war mit abstand das beste, was ich überhaupt je erlebt hab (nein, ich bin auch keine 12). ich war oasis so dermaßen dankbar, dass sie sich ma wieder aufgeführt haben wie die gebissenen affen und sich getrennt haben. Die hätten das niemals niemals niemals toppen können(geschweige denn in die nähe geraten können) was deep purple mir beschert hat. ich war vorher kein ausdauernder deep purple hörer, und trotzdem konnte ich mit mindestens 70% der songs etwas anfangen und “smoke on the water” hat mich so derbe mitgerissen (mitten in der menge stehend), dass ich noch ne stunde später gänsehaut hatte. schade fand ich zwar auch, dass “child in time” nicht gespielt wurde, aber allein, dass sie überhaupt gespielt haben, obwohl sie am tag vorher ein ganzes konzert gespielt hatten und nicht mehr die jüngsten sind, finde ich sollten sich alle mal vor augen führen, die tatsächlich das stadion verlassen haben (klar, wer nur oasis hört, kann mit deep purple net soviel anfangen, aber hier gehts um respekt). oasis hätte das und hat es nie gebracht (nein, die lösen sich lieber öfter ma auf) und ich möchte mal, auch im hinblick auf alle (alle alle, vor allem mando diao, die ich bis auf dance zum einschlafen fand) anderen bands, die an diesem tag gespielt haben, anmerken, dass der profi, der es einfach drauf hat, die erst recht in den schatten stellt, die mit zuviel möchtegern unterwegs sind, wenn sie auf ein und demselben festival spielen *hust*.
es lag bestimmt am platz, dass der sound überall ein bisserl anders war. Wir haben z.B. schon beim soundcheck gemerkt, dass deep purple ganz anders abgemischt war, als der rest vorher. das hat sich einfach gut angefühlt und es war das erste konzert an dem abend, bei dem ich sowohl den sänger verstanden hab, als auch das gefühl hatte, dass der arme tropf net unaufhörlich damit beschäftigt ist, gegen schlagzeug, gitarre und vor allem bass anzubrüllen (im übrigen noch so eine sache von wegen profi und so).
vom prinzip her wollte ich praktisch nur sagen *grins*, dass deep purple mein absolutes highlight war und das nicht nur an diesem einen tag. dummerweise aber auch alle konzerte vorher so souverän in frage gestellt hat, dass sie in meiner erinnerung beinahe stümperhaft wirken… (aber das is keine meinung, sondern nur eine dumme kleine konsequenz eines phänomenalen eindrucks… ich hatte trotzdem einen mordsspaß vorher!)
fazit: deep purple konnte oasis net zeigen wo es lang geht, die britische hustentruppe wär nie hinter her gekommen :-)
Hab inzwischen auch von einigen Leuten gehört, dass der Sound und der Druck vorne vor der Bühne Richtung Mischpult richtig gut war.
Abgesehen davon sind Deep Purple eh schlecht mit Oasis zu vergleichen und spielen musikalisch in einer weit höheren Liga. Allerdings zählt musikalisches Können heute nicht mehr allzuviel, wenn man betrachtet was die Musikindsutrie so auf den Markt schmeisst.
Deshalb kann ich gut nachvollziehen wenn du bei den “Jungs” ausgeflippt bist, wenn man das Vorprogramm so betrachtet. Ich bin allerdings erst zu Deep Purple ins Stadion gekommen ;-)